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In, über und um Island herum - Grönland Teil 2
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07.06.2013

Um 7:30 haben wir unseren morgendlichen Blick über den Fjord schweifen lassen und am Horizont sahen wir ein Schiff mit einem "verdächtigen" schwarzen Schornstein. Also haben wir die Kamera gezückt, ein Foto geschossen und dann in das Bild gezoomt: Ja, es ist die Fram. Über eine Stunde hat sie sich durch den Eisgürtel vor Ilulissat geschoben um dann vor der Hafeneinfahrt vor Anker zu gehen. Christian hat sich den Spaß gemacht, während des Frühstücks die Kamera auf Zeitraffer einzustellen und nach dem Essen haben wir uns das Ergebnis angeschaut.  Es war sehr beeindruckend den Fahrtverlauf des Schiffes zu betrachten. Für heute war Wandern bei uns angesagt. Wir wollen zum Flughafen, denn dort soll es einen Pfosten geben, mit Hinweisschildern "Paris 5 Std, Kopenhaben 4 Std" ect. und den möchte Petra ungebedingt fotografieren. Unser Weg führte uns an der Küste entlang. Unterwegs kamen uns im wieder Personen mit verdächtig gleich aussehenden Jacken entgegen. Alle das gleich Azurblau. Und viele von den Personen schauten sich irritiert um... "Wo bin ich hier bloß" So manch einer machte an der Hafeneinfaht wieder kehrt. Konnte man die Personen nicht anhand der Jacke als Touri der FRAM erkennen, dann spätestens am Schuhwerk. So manch eine Dame stiefelte mit Keilabsätzen durch die Gegend. Es war schon sehr amüsant. Am Artic Hotel machten wir einen Abstecher und gingen dort zur Landzunge. Hier hatten wir einen wunderbaren Blick auf die FRAM und den Fjord. Die Touris wurden mit Zodiaks an Land gebracht. Hier haben wir einige Zeit verbracht. Das Artic Hotel hat "Iglus" aus Aluminium, die statt Hotelzimmer gebucht werden können. Wir haben uns gefragt, wie es wohl darin ausschaut?! Zimmer, Dusche auf engsten Raum und die Krönung war: schwarze Vorhänge, damit der Tourist auch nachts Schlafen kann (wir haben übrigens weiße dünne Vorhänge). Das Iglu muß sich übel aufheitzen.

 

 

 

 

 

 

 

Nach einiger Zeit sind wir weiter gegangen. Kurz vor dem Flughafen sind wir an einem Friedhof vorbei gekommen. Der Friedhof wirkte etwas unwirklich. Alle Gräber haben ein mannshohes Kreuz mit einer Plakette auf der der Name und die Lebensdaten stehen. Andere Gräber wiederum haben eine kleine Schiefertafel mit den Daten. Aber alle Gräber sind mit bunten Plastikblumen über und über geschmückt. Das hatte fast wieder einen fröhlichen Charakter. UND: alle Gräber sind Richtung Fjord ausgerichtet. Begrückend war zu sehen, dass es viele Gräber gab, in denen Babies und Kleinkinder beerdigt waren. Diese Stätte hat uns sehr nachdenklich gestimmt.
In der Nähe vom Friedhof gab es einen Picknicktisch und dort haben wir kurz Rast gemacht um etwas zu trinken. Und dann ging es weiter zum Flughafen. Unterwegs hatten wir einen Blick auf den Flughafen, er wirkte wie im Dornröschenschlaf. Aber es kamen dann doch 2 kleine Flugzeuge rein, eines war u.a. ein Air Greenland Flugzeug. Diese Flugzeuge sind sehr schön bemalt. Knallrot mit weißen Punkten im Heckbereich.

 

 

 

 

 

Am Flughafen angekommen mussten wir feststellen, dass es den besagten Pfosten nicht gab. Entweder war das Bild welches wir in einer Broschüre gesehen haben, eine Montage oder der Pfosten wurde zwischendurch entfernt. Trotzdem haben wir noch ein wenig Zeit am Flughafen verbracht und dem Treiben dort zu geschaut. Hier geht es alles etwas gemütlicher zu. Hier kann der Privatjet an einer zum Start fertigen Maschine vorschlüpfen...
Auf dem Rückweg haben wir noch mal Halt am Artic Hotel gemacht und die FRAM noch mal bewundert. Im Artic HOtel haben wir im Restaurant einen Tisch für Samstagabend gebucht. Die Küche soll sehr gut sein. Und dann ging es weiter Richtung City. Unterwegs sind uns einige Jogger entgegen gekommen, aber wir konnten nicht ausmachen, ob es sich dabei um die "Marathon-Teilnehmer" handelt. Mittagspause haben wir im Cafe-Inuit gemacht. Der Name "täuscht" aber: die Inhaberin ist eine Inderin/Pakistanin, wir sind mit ihr ein wenig ins Gespräch gekommen. Dabei ist rausgekommen, dass sie mit einem Deutschen verheiratet ist.... Er ist seid 29 Jahren in Grönland und sie ist seid 2001 in Grönland. Achja, gegessen haben wir auch: Christian ein Wrap mit herzhaft gewürztem Fleisch und Petra ein Sandwich mit geräuchertem Heilbut. Es war sehr lecker. Abends hat Christian noch mal eine Mitternachts Eisbergtour mitgemacht, Petra hat noch mal eine kleine Wanderung zum "Lieblingsplatz" gemacht: zum Gletscherarm der die Eisberge in den Fjord schiebt. Der Himmel war sehr klar, es waren keine Wolken am Himmel. Je weiter die Sonne gen Norden zog, umso intensiver wurde das Licht. Kurz nach 23:00 hat sich Petra wieder auf dem Weg zurück zum Hotel gemacht. Wieder vorbei an dem großen Feld mit Schlittenhunden die sich gegenseitig in den Schlaf jaulten. Um Mitternacht entstand dieses Foto: Die Sonne berüht noch nicht mal ansatzweise den Horizont. Die Sonne scheint hier 24 Stunden am Tag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

08.06.2013
Heute morgen war irgendwie Katerstimmung angesagt. Die Nacht war irgendwie arg kurz. Da wir heute nicht viel vor hatten, haben wir es gemächlich angehen lassen. Eigentlich hätten wir heute zum Eq,i-Gletscher fahren sollen, aber die Tour wurde bereits am Mittwoch abgesagt. Zuviel Eis in dem Fjordarm, dass das Boot nicht reinfahren kann. So haben wir unseren Rucksack mit Picknicksachen gepackt, Drachen und Rig eingepackt und sind zum "Lieblingsplatz" gewandert. Christian wollte dort unbedingt KAP'en. Beim ersten Versuch war der Wind ja eingeschlafen, heute war das Gegenteil der Fall. Wir hatten reichlich Wind und einige heftigen Böen waren auch dabei. Wir haben trotzdem unser Glück versucht. 2 Stunden hing der Drachen im Himmel. Es war gar nicht so einfach, ihn wieder auf den Boden zurück zu bekommen. Anker in den Boden hämmern ging ja nicht, da es nur Felsen oder Boden voll mit Schmelzwasser gab. Also musste die Parkbank als Anker herhalten, da sie in den Felsen betoniert wurde. Und das ging dann ganz gut. Die Bilderausbeute war bescheiden, die Kamera hatte einige Probleme mit den Lichtverhälnissen: Über dem Fjord das grelle Weiß, die dunklen Felsen. Die Farbübergänge waren nich optimal. Schauen wir uns daheim mal an, was von den Bildern verwendet werden kann.

Abends waren wir im Restaurant des Artic Hotels essen. Das Artic Hotel hat 4* (unser Hotel hat 3*) und das Personal wurde gut geschult. Jeder Gang wurde "vorgestellt" und es war richtig lecker, ab dem Hauptgang. Petra: Rohe kalte Schrimps mit Gurkensoufflee als Vorspeise. Die kalten Schrimps waren nicht das Wahre. Hauptgang: gebrannter Heilbutt (Innen roh, Aussen kurz angebrannt) mit Kresse und Sauce Hollandaise Schaum - das war lecker. Nachtisch: gebratner Rhabarba mit Maskaponeeis, Rhabarba-Gelee und "Sponge" (muss noch prüfen, was das heißt). Der Nachtisch war ein Traum. Dazu ein grönländisches Bier. Christian's Vorspeise: Heilbutt Carpachio mit Seegras und Melisse, Hauptgang: grönländisches zartes Lammfilet mit grünen Bohnen, Kartoffel-Pü und Rosmarinsauce. Nachtisch: Brownies mit Schockosauce mit Rhabarba-Sorbet überdeckt mit weißer Schokosauce. LECKER.... - Unter dem Strich sind wir mit unserem 3* aber sehr zufrieden. Im Artic Hotel herrscht viel zu viel Reizüberflutung, das schlichte Icefjord Hotel sagt uns da schon mehr zu.

Interessantes zum Artic Hotel:   http://www.hotel-blog.de/hotel-geschichten/hotel-arctic-ilulissat-klimawandel-inklusive/


09.06.2013
Heute haben wir die abgebrochene Tour nach Rodebay (sprich: Rodebai) oder Oquaatsut nachgeholt. Man könnte es auch "Die Reise in Weiß" nennen. Wir sind durch ein Meer an Eisbergen geschippert. Teilweise haben wir auf die Eisberge aufgesetzt, der Skipper und seine Helfer haben das Schiff aber immer gut rausgefahren. Die Fahrt war wie ein Rausch... Abertausende Eisberge tummeln sich inzwischen vor der Westküste. Nach 1,5 Std sind wir in Rodby angekommen. Eine Siedlung mit 35 Einwohnern, einer Kirche, einer Schule mit 5 Kindern und einem Lehrer und dem Restaurant H8 betrieben von einem Deutschen Ehepaar. Mare TV hatte vor einiger Zeit einen sehr interessanten Bericht über Grönland gebracht und die Beiden auch vorgestellt. Die beiden sind seid 14 Jahren nun schon in Rodebay und es war herrlich: sächsisches Dänisch.... Ei verbibsch noch ma.... Zu Essen gab es eine kalte Meeresplatte: Lachs, Dorsch, Dorschleber, Heilbutt geräuchert, Heilbutt mariniert, Walhaut (grönländisches Kaugummi) Schrimps, getrockneter Fisch, " grönländische Fischstäbchen", Zwergwal, dänischen Käse, Eichsfelder Mettworscht. Es WAR SEHR LECKER, wir haben bis auf Leber alles aufgegessen. Nach dem Essen sind wir in der Siedlung noch ein wenig rumgelaufen und haben Bilder gemacht. Um 14:30 sind wir dann wieder zurückgefahren. Den Abend haben wir dann bei einem grönländischen Bier ausklingen lassen. Oder doch besser bei einem Schnaps... Fisch schwimmt oben...

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Bilder sind KEINE Montage oder Ähnliches!

 

10.06.2013

Der vorletzte Tag ist angebrochen und wieder hatten wir strahlenden Sonnenschein. Nicht eine Wolke trübt den Himmel. Nach einem kleinen Frühstück sind wir in den Ort getapert um World of Greenland aufzusuchen. Christian wollte unbedingt einen Rundflug machen. Die Hubschraubertouren waren waren abgesagt, es sollten aber Touren mit einer kleinen Maschine stattfinden. World of Greenland hatte leider keine freien Plätze, wir wurden an Airzafari verwiesen. So haben wir mit der Dame noch einen Schnack gehalten und sie hat ein wenig erzählt über das Leben mit Moskitos, kurze Sommer und lange Winter und das Überanggebot an Taxen. Man muss sich vorstellen, es gibt in und um Ilulissat ein Strassennetzwerk von 40 km (!!!!!) und ca 30 Taxen. Jeder leistet sich inzwischen eine Taxifahrt und wundert sich warum am Geldende noch soviel Monat über ist. Dann gehen die Einheimischen zu Fuss....

Airzafari hat leider sehr merkwürdige Öffnungszeiten um kurz nach 10 war jedenfalls noch alles zu. Vielleicht weil Sonntag ist?!? Also sind wir zurück zum Hotel und hatten überlegt, eine weitere KAP-Session einzulegen. Leider ist der Wind komplett eingeschlafen. Also war wir eine Wanderung über die gelbe Route zum Lieblingsplatz durchgeführt. Unterwegs wunderten wir uns doch, dass 2 Hubschrauberrundflüge zum Gletscher gingen. Ein Helikopter ging sogar sehr tief runter. Wir waren etwas irritiert und dachten uns, dass da vielleicht einer zu viel Geld hat und einen privaten Flug bekommen hat. Das die Lösung in die Richtung geht, sollten wir später erfahren.

Am Lieblingsplatz haben wir zum letzten Mal in diesem Urlaub die Stille und das Knarzen der Eisberge genossen. Einige Eisberge haben wirklich im Gebälk geknarzt, wie ein Gewittergrollen. Aber nach 6 Tagen Sonnenschein kommt so langsam Bewegung in so manch einen Eisberg. Zurück sind wir wieder an dem großen Platz mit den Hundeschlitten vorbei gekommen. Im Ilulissat-Museum haben wir etwas sehr Interessantes über die Tiere erfahren:  die in Ilulissat befindlichen Hunde sind alles grönländische Schlittenhunde, die nördlich des Polarkreises geboren und gezüchtet werden. Haben sie einmal den nördlichen Polarkreis Richtung Süden verlassen, dürfen sie nicht mehr zurück kommen (Ähnlich wie bei den Islandpferden, die dürfen auch nicht mehr nach Island zurück, wenn sie die Insel einmal verlassen haben). Die grönländische Schlitenhunde sind für die Einheimischen Arbeitstiere und keine Kuscheltiere. Sie werden gefüttert, gepflegt , den Sommer über aber mehr oder weniger sich selbst überlassen. Freilaufende Hunde werden gegebenenfalls von einem "Dogshooter" getötet, um Wilderei unter den Gespannen zu vermeiden. Als europäischer Tourist war es schon ein befremdlicher Anblick, aber so ist die Mentalität hier in Grönland und das ist nicht zu kritisieren.

Nach dem Abendessen (Es gab Rudolf..... The Rendeer....) sind wir noch mal zum Artic Hotel gelaufen. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf Ilulissat im Abendlicht. Wir wollten wieder über den Holzbohlenweg laufen, aber irgendwie ... naja, im Artic Hotel liefen sehr viele Herren in Marinie-Uniform herum und es waren sogar Herren von der US-Coastguard dabei. Die Herren fühlten sich auch auf dem Bohlenweg wohl und wir fühlten uns etwas fehl am Platz. Aber wir sind trotzdem geblieben. Unsere Vermutung war, dass diese Herren die Helikopter-Touren gebucht hatten. Auch Marines sollen mal Urlaub haben. Achja, vor der Küste von Ilulissat schippert schon seid 2 Tagen ein dänisches Kriegsschiff (P570 - für Insider....).

Letztes grönländisches Bier....

==> Foto folgt

 

11.06.2013

Heute war der Rückflug nach Reykjavik angesagt. Um 11:45 ging der Shuttle vom Hotel zum Flughafen. Wir haben die Chance genutzt und sind zum Hafen runter und haben den Fischern bei der Entladung ihrer Tagesfänge beobachtet. Das war schon einiges was 2 der Kutter aus dem Meer geholt haben - Hellefisk / Heilbutt, den Petra in insgesamt 5 verschiedenen Variante hatte.

Am Flughafen erfuhren wir, das der Dänische Kronprinz Frederic just heute morgen in Ilulissat gelandet ist, um an einer Konferenz seines Verteidigungsministers teilzunehmen. Das erklärte natürlich einiges: Die Marine, die Heli-Rundflüge (für den Verteidungsminisger fliegt mehr gern mal flacher über die Gletscher....). Leider haben wir den Prinzen nicht gesehen. Die Herren konnten es nicht verstehen, was wir Damen an dem Prinzen finden .... komisch.

Unser Flieger hat in Kangerlussuaq eine Zwischenstation zum Tanken ( und nur zum Tanken) gemacht. Kangerlussuaq war früher eine Airbase der Amis und dementsprechend lang ist die Piste. Der weitere Flug verlief problemlos, die Landung wiederum war spannend. Wie beim Abflug war es heute sehr winding und regnerisch. Die Maschine wurde wieder ordentlich durchgeschüttelt. Beim Blick aus dem Fenster wurde einem doch anders, so hat der Flieger geschaukelt. Aber es ging alles gut. Nun haben wir eingecheckt, etwas gegessen, fix die Webseite gefüllt. Morgen geht es weiter. Details klären wir beim Frühstück, wenn wir wissen wie das Wetter wird.

Die letzten Fotos für Grönland folgen noch.....