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In, über und um Island herum - Grönland Teil 1
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04.06.2013

Dann wollen wir mal auflösen, wo wir die erste Woche unseres Urlaubs verbringen.
Nach einem sehr guten Frühstück sind wir mit dem Taxi zum Domestic-Airport von Reykjavik gefahren, bei Dauerregen und Wind von 6 Windstärken in Böe sogar 8. Von dort ging unsere Reise weiter nach Ilulissat, Grönland. Während unserer Planungen für den Island-Urlaub sind wir irgendwann auf die Idee gekommen,  dass man den Urlaub mit Grönland verbinden könnte. Also hat sich Chrsitian an die Planungen gemacht: Flüge prüfen, Unterkunft, was kann man überhaupt in Grönland machen. Nach ein paar Wochen stand das Konzept, es mussten dann beim Island-Urlaub einige Abstriche in den Touren gemacht werden und dann waren wir uns sicher: ja, es wird eine Kombi-Tour. Wir haben uns auch bewußt dafür entschieden, die Planungen nicht mitzuteilen.

Das Einchecken am Flughafen Reykjavik war schon zum Schmunzeln, nicht zu vergleichen mit den Sicherheitsbestimmungen der anderen Flughäfen. Hier ging alles ein wenig gemächlicher zu. Bei 4 Starts in 4 Stunden, kann man das schon verstehen. Lachen mussten wir dann aber doch: der KLEINE Flughafen hatte einen Duty-Free-Bereich. Petra schaute auf dem Rollfeld nach dem Flieger für den Flug nach Ilulissat und das was sie sah stimmte sie doch sehr nervös: Ein City-Hopper (Typ Dash-8 : 37 Passagiere und 3 Besatzungsmitglieder) und das bei den Windverhältnissen.
Um 11:15 ging es pünktlich los und der Flieger wurde ordentlich durchgeschüttelt. Nachdem wir die Flughöhe von 4000 Feet (!!!) erreicht hatten, war es ruhiger und die Stewardess begann damit die Verpflegung zu verteilen. Leider war es während des Flugs sehr wolkig, dass wir nicht sehen konnten, was unter uns passiert. Kurz vor der Landung änderte sich die Sicht und wir konnten unter uns die Gletscher erkennen. Nach gut 3 Std. Flug landeten wir am Ilulissat International Airport. Im Landeanflug hatten wir einen herrlichen Blick auf die Stadt und die vielen vielen Eisberge, die sich vor der Stadt tummelten.
Am Flughafen wurden wir von einem Hotel-Taxi abgeholt und die Fahrerin fuhr uns SEHR flott zum Hotel. Alle Zimmer des Hotels haben einen Blick in den Fjord und als erstes stürmten wir zum Fenster um den Ausblick zu geniessen. Es war unglaublich.....

 

 

 

 

 

 

Nach dem Einchecken haben wir die Stadt erkundet. Zum einen brauchten wir eine Bank um Geld (DKK) zu holen, dann wollten wir kurz einkaufen (Getränke, Knabbereien) und wir mussten uns bei "World of Greenland" für unsere erste Tour heute Abend melden. Ilulissat ist eine Stadt der Kontraste. Zum einen gibt es einige sehr schöne Bereiche, wie zum Bespiel der Hafen aber zum anderen ist die Stadt von Schmutz gezeichnet. Abfall jeglicher Art liegt wahllos überall rum und verschandelt leider das Stadtbild. Dänemark pumpt zwar jedes Jahr Unmengen in Geld in das autonome Gebiet Grönland, aber beim Thema Müllentsoßrgung werden die Grönländer allein gelassen (jedenfalls in Ilulissat). Oder die Grönländer interessieren sich nicht für das Thema? Vielleicht kriegen wir das noch raus?!

 

 

 

 

 

 

Unsere erste Tour heute Abend begann um 22:00 und dauerte 2,5 Stunden. Eine Bootstour zu den Eisbergen bei "Nacht".... Der Begriff Nacht ist hier relativ. Wir fuhren mit insgesamt 14 Leuten in einem kleinen überdachten Boot raus in den Fjord. Die Dame aus dem Büro von "World of Greenland" hat uns noch geraten, alles an warmer Kleidung mitzunehmen. Und der Hinweis war Gold wert. Es war echt kalt auf dem Boot. Nicht nur der Fahrtwind machte zu schaffen, auch die Luft allgemein ist kalt. Der Skipper (ein Inuit) fuhr einige Zeit raus in den Fjord um uns an die richtig großen Eisberge zu fahren. Unter richtig groß kann mach sich die Grundfläche von bis zu 10 Fussballfeldern und die Höhe eines 10-stöckigen Hochhauses vostellen. Es war unglaublich: die Eisberge waren zerklüftet, glatt, hatten Löcher, leuchteten in grün, blau, hatten Risse oben an den Kanten, .... leider hat keiner der Gletscher gekalbt. Irgendwann hat Petra mal nach der Zeit gefragt: 23:15 und es war noch so hell wie in Deutschland gegen 20:00 zur Sommerzeit. Es wollte partout nicht dunkel werden. Um 0:30 war die tolle Tour zu Ende und es war immer noch taghell. Wir haben im Zimmer kein Licht gebraucht.

Wetter: heiter, hin und wieder mal ein paar Wolken, ca. 0°C, sehr klare kalte Luft - die Sonne war sehr intensiv
Abendessen: Petra: "Fish of the Day": Heilbutt leicht gedünstet mit Kartoffeln und Kraut, Christian: Thai-Chicken mit Reis
Zeitverschiebung: 4 Stunden zu Deutschland

05.06.2013
Nach dem überschaubaren Frühstück haben wir kurz Handy angemacht und haben die frohe Kunde erhalten, dass in unserem 6-Parteien-Haus ein kleiner Schreihals das Licht der Welt erblickt hat. Willkommen auf der Welt, kleiner Finn-Ole.
Für heute war Wandern angesagt. Wir haben 2 Touren miteinander verbunden, die an der Küstenlinie verlief. Wobei das Wort Küste nicht mit einem Sandstrand verwechselt werden darf. Hier gibt es keinen Strand. Hier gibt es nur kargen Felsen, der von vielen Schneefeldern bedeckt war und teiweise recht anspruchsvoll in die Höhe ging. Die Touren waren sehr schön, es ging immer auf und ab und  wir hatten immer einen Blick auf den Fjord mit den vielen, vielen Eisbergen. Nach etwas mehr als 4 Stunden waren wir wieder zurück im Hotel und haben uns der durchgeschwitzen Klamotten entledigt. Wir hatten wunderbaren Sonnenschein, aber es ging ein kalter Wind der die Mütze und dicke Jacke notwendig gemacht hat.

Als Belohnung gab es etwas Fanö-Feeling:

 

 

Für den Nachmittag gibt es keine weiteren Planungen mehr. Heute Abend wollen wir ein grönländisches Restaurant besuchen. Die Speisekarte verspricht Interessantes:
Walfleisch, Fisch und Steak. Lassen wir uns mal überraschen.

 

 

 

06.06.2013
Gestern Abend gab es Finwal-Steak mit Kartoffelgratin und Sauuce für Chistian. Für Petra gab es Ribeye mit Gemüse und Süßkartoffeln. Dazu gab es grönländisches Bier. Zum Nachtisch wählte Christian Pfannkuchen mit Blaubeer-Zimt-Eis und Orangensauce. Für Petra gab es Schokokuchen mit Vanille-Eis.... Für heute stand die Tour nach Rodebay (Oqaatsut auf grönländisch) mit dem Boot an. Die Tour sollte in Summe 4 - 5 Std. dauern: 1 Std Hinfahrt, 2 - 3 Std Aufenthalt mit Lunch in einem von Deutschen betriebenen Restaurant und 1 Std. wieder zurück.
Eine Gruppe von 9 Personen kam zusammen, wobei wir auch das ein oder andere bekannte Gesicht aus dem Flugzeug dabei hatten. Der Kapitän (ein einheimischer Fischer) hatte erstmal einmal die Abfahrtszeit verpasst, dass wir etwas warten mussten.  Nach kurzer Wartezeit ging es raus aus dem Hafen .... und .... rein in das Abenteuer. Ausserhalb des Hafenbereichs begrüssten uns einige nette Wellen die das kleine Boot (keine 10 mtr lang) ordentlich durcheinander schüttelten. Bei Petra kamen Erinnerungen an die legändere Waltour in Island aus 2005 in Erinnerung. Auch damals wurde das Boot sowohl längs als auch quer geschüttelt. Petra hatte sich in den hinteren Bereich des Boots verzogen, aber es war nicht so toll.

Nach 20 Min. kam unser Tourguide und informierte uns über die Aussagen des Kapitäns: Wellengang wird schlimmer und auf dem Rückweg wird das Boot zum größten Teil schlingern. Option: umkehren und die Tour neubuchen. Insgesamt wollten 5 Personen umkehren und das haben wir dann auch getan. Im Büro von "World of Greenland" haben wir die Tour dann auf Sonntag umgebucht. In dem Büro haben wir dann erfahren, dass unsere Tour am Samstag zum Eqi-Gletscher storniert wurde, da die Passage nicht möglich ist - aufgrund von zu viel Eis im Fjord. SCHADE....
Für heute haben wir uns dann entschieden, einen Teil der Tour von gestern zu laufen. Christian wollte gern KAP'en und ich habe ein Buch eingepackt, um ein bisserl zu lesen. Je näher wir unseren Ziel kamen um so euphorischer wurden wir. Der komplette Fjordarm war mit Eisbergen übersät. Gestern waren an der Stelle kaum Eisberge. Es ist unglaublich in wie kurzer Zeit sich das Bild geändert hat. Wir standen staunend auf den Felsen und konnten unser Glück kaum fassen.

Leider ist aber auch der Wind eingeschlafen, so dass von KAP'en keine Rede sein konnte. Also hat Christian eine Funkition an der Kamera ausprobiert: Zeitraffer... hier konnte man sehr genau sehen, wie schnell die Eisberge sich bewegen. Alle 6 Sek. ein Foto und das "Filmchen" war fertig.... Während der Zeit haben wir uns im Gesicht (trotz Eincremen) einen netten Sonnenbrand geholt. Die Lufttemperaturen steigen zwar langsam, der aufkommende Wind ist noch sehr frisch. Aber : wir haben Sonne.....

Abendessen:
Christian: Grönländisches Lamm mit Kartoffelpüree und Möhrenpüree
Petra: Heilbutt an Lauchorangensauce mit Kartoffelpüree
UND : grönländisches Bier

Der Freitag wird ein spannender Tag. Die MS Fram wird erwartet und wir sind gespannt wann sie wo vor Anker geht. Ist sie schon da, wenn wir nach kurzer Nacht aufwachen?
Ausserdem findet am Freitag in Ilulissat eine Art Marathon statt... Wir konnten es auch kaum glauben, als wir es gehört haben.  Schauen wir, was der Tag bringt.