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Wellenreiter
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Wohl eins meiner gewagtesten und langwierigsten Drachenprojekte. Die Idee war, einen Drachen aus runden Formen und Flächen zusammen zu setzen. Die ersten Skizzen entstanden bereits 2003 und das schwarz, lila, blau und türkise Hauptsegel war auch schnell genäht. Aber dann lag das Tuch über zwei Jahre bei mir herum, weil ich Bedenken hatte, dass das Aufspannen von runden Flächen doch zu kompliziert ist.

Schließlich raffte ich mich dann Ende 2006 wieder auf. Ich nähte das Hauptsegel fertig und versah es mit Stäben…dann stand der Mittelkörper mit seinen Kurven und runden Öffnungen vor mir. Er entsprach komplett meinen Vorstellungen. Damit hatte ich den Ansporn, den Drachen fertig zu stellen.

Die Flügel wollte ich in geschwungener Form in den Hauptkörper „einweben“. Nach einigen Fehlentwürfen kam ich dann auf den Entwurf mit dem runden Flügelkasten, der den schmalen Steg im Hauptsegel umschlingt, und der weiten Schwinge. Die beiden Flügel hatte ich relativ schnell bis März 2007 fertiggestellt.

Auf Fanø 2007 beim Kite-Flyers-Meeting bekam der Wellenreiter schließlich seinen letzten Schliff. Die Abspannungen habe ich in aller Heimlichkeit in einer windgeschützten Mulde in den Dünen Nahe der Rindby-Einfahrt zugeschnitten und angebracht. Einen ganzen Vormittag mit Nieselregen, Windböen und neugierigen Besuchen von Drachenfreunden habe ich in den Dünen verbracht. Und dann war der Drachen bereit zu seinem ersten Probeflug. Am Rindby-Strand erhob er sich in die Lüfte. Er blieb am Himmel, aber seine Flügel waren noch zu wenig abgespannt, so dass sie anfingen zu schlagen. Es war also noch etwas Fein-Tuning notwendig.

 

Den wahren Jungfernflug hatte der Wellenreiter dann am 17.06.2007, dem Festival-Samstag. Vielleicht haben viele diesen Tag noch in Erinnerung. Er fing sonnig an. Ich trug den Wellenreiter mit meinem Schwiegervater an den Strand. Bei Fanø-Bad erhob er sich in den Himmel. Dort stand er wie eine Eins. Ich wanderte mit dem Drachen am Himmel bis nach Rindby, wo wir unser Lager aufgeschlagen hatten. Dort genoss ich mit vielen Drachenfreunden den schönen, vielseitigen Anblick des Wellenreiters am mittlerweile relativ wolkigen Himmel. Dabei übersahen wir die tiefdunklen Regenwolken, die sich in unserem Rücken vom Meer schnell auf uns zu schoben. Ich machte mich auf den Rückweg. Aber an der Dünenkante hatte mich der Regen eingeholt. Was für ein Regen…Sturzbäche ergossen sich über mich. Um mich herum waren alle bemüht, die Drachensachen einzupacken und ins Trockene zu kommen. Und ich stand allein mit meinem Drachen an 10 Meter Leine in der Hand am Strand. Von den Flächen des Wellenreiters stürzten Wassermassen wie Wasserfälle in die Tiefe…aber das Ding stand einfach stabil am Himmel…genial…Ich war klitsch nass aber total glücklich. Dieser Tag geht in die Analen meines Lebens ein.

  

 

 

 

 

 

 

 

 2008 wurde ich mit dem Wellenreiter Deutscher Meister in der Kategorie Zellendrachen.

 Arbeitszeit: ca. 150 Stunden
 Maße: 420 cm x 215 cm x 90 cm
 Gewicht: ca. 3,5 kg
 Windbereich: 2,5 – 4,5 Bft.