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Geschrieben von: Christian Harms   
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K.A.P. (Kite Aerial Photography)

Mit dem Thema KAP liebäugele ich schon seit längerer Zeit, einerseits weil ich gerne Fotografiere, andererseits weil die Welt aus der Perspektive von oben doch ganz anders aussieht als vom Boden. Jeder, der schon mal geflogen ist, kann dies mit Sicherheit bestätigen.

Da ich aber ein absoluter Leihe auf dem Gebiet von ferngesteuerten Systemen war und mit Servos und RF-Fernbedienungen nichts am Hut hatte, hatte ich mich bisher nicht an den Bau eines Kameragestells herangetraut...

...Moment mal, das stimmt ja nicht ganz....zu meiner Drachenanfangszeit, es war 1996, habe ich mir einen Sauls-Barrage-Drachen gebaut. Für diesen Drachen habe ich mir  dann aus Aluminium ein Gestell gebaut, welches ich direkt im Drachen festschrauben konnte und in dass ich meine Spiegelreflexkamera Canon EOS 10 einsetzen konnte. Diese Kamera verfügt über eine Intervallschaltung. Ich konnte einstellen, wie viele Bilder die Kamera in welchen Zeitabständen fotografieren sollte. So entstanden Bilder von meinem Elternhaus und vom Strand von Fanö¸ auf normalem Negativfilm. Als der Sauls dann mit meiner Kamera ein Looping gedreht und fast abgestürzt war, legte ich das Thema Luftbildfotografie erst einmal auf Eis. Das war mir doch etwas zu heikel und meine Kamera mir für solche Späße zu teuer.

So mussten über 10 Jahre ins Land gehen bis ich mich wieder an KAP herantraute. Im April 2009 surfte ich im Internet nach KAP-Seiten und stieß auf viele interessante, hilfreiche Seiten. Viele KAP-Infizierte stellen im Netz Ihre Kamera-Rigs und die von ihnen gewählten technischen Lösungen vor. Die Seiten enthalten viele nützliche Hinweise, was man so alles für ein Rig benötigt und wie die Aufhängung des Rigs an der Drachenleine aussehen kann.


Technik

Für mein erstes Rig ging ich zuerst mal zu einem Modellbaugeschäft. Dort kaufte ich mir drei Servos; eine 2,4 GHz-Fernbedienung mit 5 Kanälen und entsprechendem Empfänger, ein Akkupack, ein paar Zahnräder und Umlenkrollen frü die Kameraaufhängung.

Dann ging es zum Baumarkt (singing ja-ja jipee-jipee jay!), wo ich mir Aluleisten, -winkel und -rohr (4 mm Innendurchmesser), eine 4 mm-Gewindestange, Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben besorgte. Und natürlich musste noch eine kleine kompakte Digitalkamera her. Hier fiel meine Wahl auf eine Canon IXUS 80 IS, weil Auslaufmodel und deshalb im Angebot und weil wir bisher mit Canon IXUS Kamera's gute Erfahrung gemacht haben.

Jetzt ging es an den Bau des Rig's. Und hier kam mir gleich ein Rat zugute, den ich auf einer der KAP-Internetseiten gefunden hatte: Fang mit dem Bau des Rigs bei der Kamera an und arbeite Dich dann bis zum Aufhängepunkt des Gestells vor. So kannst Du sicher stellen, dass sich der Aufhängepunkt am Gestellschwerpunkt befindet und das Rig so beim Drehen und Schwenken möglichst wenig ins Schaukeln gerät.

So baute ich zuerst den Rahmen, der die Kamera aufnimmt. In den Rahmen kommt ein kleiner Servo, an dem der Arm befestigt wird, der auf den Kameraauslöser drückt. In jedes Seitenteil des Kamerarahmens wird auf gleicher Höhe ein Loch gebohrt: die Drehachse, um welche die Digicam aus horizontaler Lage um 90° in vertikale Lage gedreht wird. Am linken Loch befestige ich die Antriebsachse des nähsten Servos, der dann den Kamerarahmen drehen soll. Durch das rechte Loch wird eine Schraube gesteckt, über die der Kamerarahmen drehbar an den Alurahmen geschraubt wird.

Jetzt wird der Aussenrahmen um den Kamerarahmen gebaut. Der Alurahmen muß den Empfänger, den Akkupack und den Servomotor aufnehmen, der das Rig um seine Vertikalachse 360° drehen soll. Außerdem wird der Servo, der den Kamerarahmen dreht, an das Außengestellt geschraubt. So bilden jetzt Außenrahmen und Kamerarahmen eine Einheit.

Wenn das alles auf und an dem Außenrahmen verstaut ist, wird von diesem ganzen Aufbau der Schwerpunkt am oberen Holm gesucht. Dort wird wiederum ein Loch gebohrt. Durch dieses kommt die ca. 10 cm lange Gewindestange. Sie wird nicht starr am Rahmen befestigt, sondern bleibt drehbar gelagert, so das sich das Gestell um die Stange drehen kann. Am unteren Ende der Gewindestange befestige ich ein großes Zahnrad, Über das das Gestell mit Hilfe eines Servos vertikal 360° gedreht werden kann.

Am oberen Ende der Gewindestange wird das Aluminiumkreuz befestigt, Über welches das Rig aufgehängt wird. Es kommt eine Picavet-Aufhängung zum Einsatz, wie sie auch von vielen anderen KAPern eingesetzt wird. Fertig ist mein erstes Rig!

Seinen Jungfernflug hatte es im Mai 2009 beim Drachenfest in Donaueschingen.